Wider den tierischen Ernst
Karnevalssitzung zur Ordensverleihung aus dem Eurogress Aachen
Wider den tierischen Ernst, schwach beginnend mit einer Persiflage von Charles und Camilla ging es dann Montag Abend in der Fernsehsendung der ARD erfolgversprechend weiter mit Highlights aus früheren Sitzungen. Desiree Nick als Nofretete kam da schon etwas humoristischer herüber, „kümmert sich doch die Denkmalpflege um ihr Make Up“. Spritzig würzig nahm sie die Männerwelt, Politiker, und Promi Kollegen auf die Schippe.
Dagegen eher ein wenig schwerfällig und langweilig die Moderation von AKV Chef Horst Wollgarten, der es immer wieder schaffte, die Stimmung etwas herunter zu ziehen.Gewohnte Schnitte seitens des Fernsehsenders ARD ließen die Sendung nicht spannender wirken, da halfen auch keine Geburtstagsgrüße bekannter Kölner Karnevalstars in Kurzeinblendungen.
Absolutes Highlight war ein toller Auftritt der 4 Amigos, unser erfolgreiches Gesangsquartett aus der Region. Leider allerdings wurde nur ein Hit von ihnen ausgestrahlt: „Weil vüür va Oche sönd“. Zugaberufe des Publikums wurden von AKV Präsident ignoriert. Schade Schade! Die Kindertanzgruppe der Mädchenschule St. Ursula tanzte zu peppigen Rhythmen und gewannen den Zentis Kinderkarnevalspreis. Lennet Kann, das Aachener Stadtoriginal und Traditionsfigur, wurde wie immer verkörpert von Dirk von Petzold. Rolf Gerhards, Ex Prinz und bekannt aus „Das perfekte Diner“, den ich mir übrigens eher als Moderator wünschte, hauchte etwas Rio, Samba und Bossa Nova in den Europa Saal, umtanzt vom ARD Fernsehballett.
Dr. Eckart von Hirschhausen, Stand- Up Comedian, brachte dem Zuschauer den tierischen Ernst auf medizinische Art näher. Klaus und Klaus versuchten mit alten Kamellen das Polit Publikum in Schwung zu bringen und Jürgen Beckers, Büttenredner aus Aachen, tat sich recht schwer, sein Jubiläumspublikum zur Jubiläumssitzung zum toben zu bringen, was aber nichts mit seiner Leistung als Redner zusammenhing. Renate Schmidt, ehemalige Familienministerin zog Vergleiche zu Hunderassen in Verbindung zu ihrer Politiker Kollegen, erzielte damit aber auch wenig Stimmung. Der Elferrat tanzte bis der Lackschuh glüht und war so richtig „Gagga“.
Mario Adorf, Ritter des letzten Jahres kam mit seiner Laudatio eher etwas gelangweilt rüber, glänzte er doch im Vorjahr durch Spontanität und bemerkte schnell, dass man ihm seine Rede in einer ungereimten Kurzfassung vorlegte und war dadurch sichtlich irritiert, kam sogar beim Lesen ständig ins Stocken. Adorf meinte: „Rüttgers habe eine blendende Zukunft hinter sich und eine offene Vergangenheit vor sich“, spielte damit wohl auf ein Zitat von Jürgen Rüttgers: „Kinder statt Inder“ an.
Nach Empfang von Orden wider den tierischen Ernst, Rittermütze, Rolle der Ordensregeln in schönstem Küchenlatein, den Oecher Printen und dem Aachener Pflümli als Nervennahrung für die kommenden Tage, startete Ministerpräsident Jürgen Rüttgers seine Rede im Aachener Narrenkäfig, und musste sogar eine Zugabe geben.Aber: Hatte man diese nicht schon einmal vor Jahren in etwas abgewandelter Version auf einer anderen Veranstaltung gehört? Peinlich wurde es dann allerdings bei seiner Gesangsdarbietung als Village People Song mit abgeändertem Text zu YMCA.
Da gehen wir doch hoffentlich stimmungsgeladeneren Tagen entgegen und sagen Oche Alaaf, was soviel heißt wie Aachen voran.







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